Turnverein 1897 e.V. Herbornseelbach
Turnverein 1897 e.V. Herbornseelbach

Presse - Berichte

Gymnastik-Frauengruppe besucht Elfenbein-Museum in Erbach

Die vielseitigen Angebote des Turnvereins 1897 e.V. Herbornseelbach weckten in den letzten Jahren auffallend  großes Interesse bei den Senioren. In die Woche hinein startet schon jeden Montagmorgen um 10 Uhr eine Gymnastik-Frauengruppe von 30 Personen im Alter von 57 bis 87 Jahren. Übungsleiterin ist Heide Kühlborn. Unter der Devise „Bewegung ist Lebensqualität“ weiß man nicht nur das Angebot von Ganzkörpergymnastik, Wanderungen und Kneippanwendungen zu schätzen, sondern auch die Pflege der Geselligkeit. Das haben schon die Vereinsgründer gewusst und dieses erstmals im Jahre 1897 in der Vereinssatzung festgeschrieben. Zum gesellschaftlichen Umgang gehört auch eine jährliche Städte-Erlebnisfahrt. Die ideale Gruppenstärke macht es möglich, einen kleineren Bus für 25 Personen zu chartern und das Ziel und den Ablauf nach eigenen Wünschen zu gestalten. Diesmal war es das Deutsche Elfenbeinmuseum in Erbach. Von einer fachkundigen Begleitung bekamen die Turnerfrauen die Konzeption eines atemberaubenden Museums mit seinen einzigartigen Objekten erläutert. Staunend ließen  sie auch ihre Blicke über die unzähligen Exponate in der Schatzkammer schweifen. Interesse weckte aber auch ein Besuch der Museumswerkstatt. Hier wurden Informationen über die heutige Verarbeitung von Mammutelfenbein und weitere alternativer Materialen im Sinne des Artenschutzes vermittelt. Ein krönender Abschluss der Tagesfahrt war eine Besichtigung des Schöllenbacher Altars. Eine großartige sakrale Kunst zu Ehren der Gottesmutter. Geschichtliche Ereignisse veränderten im Laufe der Jahrhunderte die Platzierung des 1515 in der ehemaligen Wallfahrtskirche zu Schöllenbach fertig gestellten Marienaltars. Heute hat der restaurierte Altar eine Bleibe in der Hubertus-Kapelle im Erbacher Schloss gefunden.      Text und Foto: Alfred Benner   

Sommerausflug der Frauengruppe "Gesunde Gymnastik am Montagmorgen"

Text und Foto: Alfred Benner

In der Regel trifft sich die Frauen-Rückengymnastk-Gruppe schon über zwei Jahrzehnte montäglich vormittags unter der Leitung von Heide Kühlborn zu ihren sportlichen Aktivitäten. Ebenso regelmäßig geht die Gruppe einmal jährlich in der Ferienzeit „auf Tour“. Es war ein Novum, diesmal von der Außenwelt abgeschnitten ein ungeheuerliches Erlebnis unter der Erde zu  verarbeiten. Eine Führung durch die unterirdischen Gänge am Hausertor in Wetzlar versetzte die Turnerfrauen zurück in schreckensvolle Zeiten, als die Wetzlarer Bürger im zweiten Weltkrieg von Fliegerangriffen hier Schutz suchten. Etliche Firmen nutzten im Interesse der Wehrmacht aus Sicherheitsgründen diese unterirdischen Gänge zur Fertigung ihrer Produkte. Für diese schrecklichen Erinnerungen brauchte man einen Ausgleich, der sich erfreulicher Weise durch einen anschließenden Besuch im Lottehaus und dem Wetzlarer Dom ergab.

90 Jahre Turnhalle Herbornseelbach

In diesem Jahr feiert der TV 1897 e.V. seinen

120-igsten Geburtstag, der verbunden ist mit dem 90-jährigen Jubiläum der Turnhalle. Da 2022 das 125-jährige Vereinsjubiläum ansteht, sind in diesem Jahr die Geburtstage nur an einem Aktionstag im Mai mit diversen Vereins-aktivitäten unter Einbindung der Bevölkerung geplant. Da der Turnhallen-bau durch den Turnverein noch nie ein  

„Juliläumsfest“ ausgelöst hat, soll dieses in 2017 mit einem Erinnerungsbericht geschehen.

„90 Jahre Turnhalle Herbornseelbach“

Erstmals ist in einem TV-Protokoll vom 17. Januar 1914 nachzulesen, dass der Bau einer Turnhalle angedacht ist. Voraussetzung sollte sein, dass dem Verein „wesentliche finanzielle Unterstützungen zuteilwerden.“ Bereits einen Monat später wurde für den Bau einer  Turnhalle eine Kommission gebildet. Von jedem Vereinsmitglied sollte ein „Grundkapital“ von 10,- RM erhoben werden. Lehrer Dapper wurde beauftragt, mit der Königlichen Regierung Schriftwechsel wegen eines Zuschusses zu führen. Da im gleichen Jahr der 1. Weltkrieg ausbrach, war dieses Thema schnell vom Tisch. Das erste Vereinsprotokoll nach dem Krieg ist auf den 26. Januar 1919 datiert. Die „alte Baukommission“ wurde aufgestockt und nahm die Arbeit wieder auf. Die Formalitäten erledigte Ehrenturnwart Ottmar Henß. Anfang 1925 lagen die von dem Architekten Theo Wieth erstellten Baupläne vor. Beim Regierungspräsidenten wurde ein Antrag auf Genehmigung einer Lotterie gestellt. Der Erlös sollte zur Finanzierung des Bauprojektes beitragen. Bauunternehmer war das Vereinsmitglied Adolf Henß, Vereinsvorsitzender während der Bauzeit war Heinrich Zimmermann.

Zur Baustelle „Auf der Hardt“ führte damals keine Straße. Ein Gewanneweg war nur bei trockenem Wetter durch Pferdetransport bei reduzierter Ladung möglich. War der Weg zu sehr aufgeweicht, „gingen die Pferde in die Knie“, und das Baumaterial musste durch menschlichen Handlangereinsatz von TV-Mitgliedern von der Hohen Straße bis zum Turnplatz befördert werden. Hierbei halfen sowohl die Männer als auch die Turnerfrauen mit. Dass viele Vereinsmitglieder nach ihrer Tagesschicht in den Abendstunden ehrenamtlich noch Hand mit anlegten, war für sie eine Selbstverständlichkeit.

Richtfest wurde im Jahre 1927 gefeiert. Um die Finanzierung zu gewährleisten, sprangen einige Mitglieder mit persönlicher Haftung ein. Der Spruch an der Stirnwand der Turnhalle „Großes Werk gedeiht, nur durch Einigkeit“ hätte sonst hier nicht angebracht werden können. Die Schuldenlast, die den Verein in der Zeit der großen Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren vor dem 2. Weltkrieg drückte, wurde immer problematischer. Ohne an dieser Stelle auf dokumentierte finanzielle und menschliche Einzelheiten einzugehen, wird in dieser Kurzfassung festgehalten, dass die Regierung in Wiesbaden nach vorausgegangenen Verhandlungen anregte, die Turnhalle der Gemeinde zu übergeben. Dieses geschah durch eine notarielle Beurkundung am 11. September 1937. Die Gesamtschulden für Handwerkerrechnungen, Wechselschulden, Bankdarlehen und Privatdarlehen etc. in Höhe von 25.263,66 RM übernahm die Gemeinde. Rund 21.000 Reichsmark waren bis zu diesem Zeitpunkt bereits vom Turnverein aufgebracht worden. In den vertraglichen Vereinbarungen erhielt der Verein das Vorrecht auf unentgeltliche Benutzung der Turnhalle, solange er als solcher besteht. Nachstehend  einige Großveranstaltungen, für welche die Turnhalle in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts den geeigneten Rahmen bot: 1933 das erste große Erntedankfest nach dem 1. Weltkrieg. 1935: Weihnachtsfeier der Schulkinder mit Theateraufführung (510 Besucher). 1936: Wertungssingen des Dill-Sängerbundes; Heldengedenkfeier mit TV-Theaterstück. 1937: Dorfgemeinschaftsabend der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. 1938: gemeinsames Werbeturnen des TV 1897 mit dem Turnverein Ballesbach zugunsten des Winterhilfswerks. 

Während des 2. Weltkrieges war der Turnbetrieb in der Turnhalle stark eingebrochen und kam 1942 ganz zum Erliegen. In den Nebenräumen waren zu dieser Zeit in der Turnhalle der Kindergarten und eine Einliegerwohnung untergebracht. Im Kellerraum hatte die Hitlerjugend einen Raum für Kameradschaftstreffen und Werkarbeiten. Auch der Bund Deutscher Mädel (BDM) hatte hier seinen Treffpunkt. Bereits nach dem 2. Weltkrieg kam in die Turnhalle wieder pulsierendes Leben und buntes Treiben mit Weihnachtsfeiern, Theateraufführungen, Senioren-Adventsfeiern,  Vergleichswettkämpfen im Geräteturnen, Jubiläumsfeierlichkeiten von verschiedenen Vereinen, Tanzveranstaltungen (z.B. Tanz in den Mai) und Konzerten von diversen Musikgruppen (Musikverein, TV-Orchester, Akkordeon-Club, Aargesangverein u.a.m.). Auch Wettkämpfe im Boxen wurden von einem nach dem Krieg gegründeten Boxverein in der Turnhalle ausgetragen. 1981 stellte der Turnverein die noch in seinem Besitz befindlichen Grundstücksflächen bei der Turnhalle der Stadt Herborn für Erweiterungsbauten (z.B. Mehrzweckraum) zur Verfügung. Während in der alten Turnhalle eine Bühne an der Stirnwand fest mit der Halle verbunden war, steht für die neue Halle eine transportable Bühne zur Verfügung. Hierdurch ergeben sich für den Hallensport und für Großveranstaltungen beachtliche Vorteile.                                                                                    

                                                                                                             30.03.2017 Alfred Benner

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